In der Sendung „Digital“ vom 22. Januar auf SRF  hat Lucius Müller die App „Aipoly“ vorgestellt. Auf der SRF-Homepage heisst es dazu: „Das Smartphone verändert unser aller Alltag auf unterschiedliche Weise. Für Menschen mit Sehbehinderungen ist es gar zu einer unverzichtbaren Lebenshilfe geworden. Mit seinen Navigations-Funktionen bringt es sie auch an fremden Orten zuverlässig ans Ziel. Es macht Fahrpläne und ähnliche Informationen zugänglich und vereinfacht die Kommunikation mit anderen Menschen. Die iOS-App «Aipoly» soll mittels maschineller Bilderkennung Sehbehinderten gar ihre Umwelt beschreiben. Also dabei helfen, auch Dinge zu erkennen, die sich nicht ertasten oder über das Gehör erkennen lassen.“

 Daniele Corciulo hat sich als „Versuchskaninchen“ zur Verfügung gestellt und dabei Überraschendes und Enttäuschendes erlebt. Und hier ist der Link zum Sendebeitrag:
http://www.srf.ch/wissen/digital/die-app-aipoly-beschreibt-blinden-die-welt-manchmal

Auch auf DRS 1 ist über die App „Aipoly“ berichtet worden. Lucius Müller stellt sie seinem Redaktionskollegen Reto Scherrer vor. Und hier ist der Link zu diesem Beitrag:
www.apfelschule.ch/media/Aipoly.m4a

 

Und auch ich habe mal etwas mit der App herum gespielt. Mehr als eine Spielerei war es allerdings nicht! Und hier ist der Bericht zu meinem Ausprobierversuch:

 

Aipoly Vision – gar nicht mal so schlecht für den Anfang!

 

Ich muss einleitend darauf hinweisen, dass die App zur Zeit nur englisch spricht. Doch zum Ausprobieren genügen auch geringe Englischkenntnisse.

Nach dem Start der App wird der Infobildschirm eingeblendet. Du erfährst hier die wichtigsten Infos zum Gebrauch der App.
Bevor du mit der Nutzung beginnen kannst, muss du der App erlauben, auf deine Kamera zuzugreifen. Danach kann’s los gehen.

Aipoly arbeitet in zwei Funktionsmodi: Objekterkennung und Farberkennung. Am Unteren Bildschirmrand findest du die entsprechenden Tabs zur Auswahl. Standardmässig ist „Objekterkennung“ eingestellt. Und nach dem Starten geht es mit Vorlesen auch gleich los. Ich sass beim Starten der App vor einem intensiv blauen Pistrotischchen. Und prompt meldete mir die App „Himmel“! Da hat sie bei mir natürlich schon mal gepunktet. Meine Hand und meine Finger hat sie sofort erkannt, auch das Fenster und die Vorhänge. Dann ging ich mit dem iPhone in der Hand durch die Wohnung. Computer, Tastatur, das iPhone meiner Frau – das alles war kein Problem. Auch das Klavier hat sie sofort erkannt. Immer wieder kam zwischendurch einfach „Wand“ oder „Ich bin nicht sicher“. Die Leuchte über dem Tisch hat sie beispielsweise nicht erkannt und mein Portemonnaie auf dem Tisch ebenso wenig. Als ich danach einige Münzen auf den Tisch legte, sagte sie zuerst Punkte und danach „Münzen“. Auch die Rosen in der Vase und die Früchte im Korb erkannte sie korrekt. Als sie aber behauptete, unsere Abwaschmaschine sei eine Banknote, schwenkte ich rasch weiter, denn ich möchte ja nicht wegen Geldwäscherei verdächtigt werden. Richtig erkannt wurde auch ein Bild an der Wand („Painting“) und ein Poster. Auch die Wanduhr wurde als solche erkannt („Clock“)und ich konnte sie mit Hilfe der App bis auf 20 cm genau orten.
Weniger überzeugend fielen die Farbtests aus. Mein Pulli wurde zwar als rot erkannt und die Orange war tatsächlich orange, doch bei vielen Gegenständen wurde mir eine ganze Palette von Möglichkeiten angeboten. Irgendwie kam mir das von den andern Farberkennungs-Apps her bekannt vor. Ob die App dabei ein bisschen besser abschneidet, müssen erst noch weitere Tests zeigen.

Mehr als ein spontaner Test war mein Versuch wie gesagt nicht. Doch es hat Spass gemacht. Und mehr als einmal war ich ob des gelieferten Resultats doch anerkennend verblüfft. Wir dürfen gespannt sein, welches Verbesserungspotential noch in dieser oder auch in ähnlichen Apps steckt.

Und hier ist der Link zum Download der App aus dem App store:

https://itunes.apple.com/ch/app/aipoly-vision/id1069166437?mt=8