Vor fast drei Wochen wurde der Kurztest, der Stiftung Warentest, zur Apple Watch gepostet. Ich hatte meine Apfeluhr zu diesem Zeitpunkt erst vier Tage und war noch fleißig am ausprobieren. Ich war skeptisch und hatte mir lange überlegt, ob ich dieses neue Stück Technik kaufen soll. Hätte ich diesen stümperhaft durchgeführten Kurztest gelesen, bevor ich die Uhr bekommen hatte, hätte ich die Bestellung evtl. storniert bzw. gar nicht erst bestellt. Inzwischen bin ich mit dem Zeitapfel seit drei Wochen unterwegs und möchte mal meine Erfahrungen, anhand des Artikels der Stiftung Warentest, darstellen.

 

Die erste Behauptung in diesem Beitrag ist: Die Apple Watch ist nicht, wie andere Applegeräte intuitiv bedienbar: Falsch. Jeder, der bereits mit den diversen applegeräten vertraut ist, wird die Apple Watch sofort bedienen können. Mit oder ohne Voiceover.Fausttouch und die Digitalkrone sind zwar neu, aber nicht zwingend zur Bedienung nötig. Lässt man die Steuerung über die Digitalkrone ausgeschaltet, hat sie lediglich die Funktion des allseits bekannten Homebuttons. Auspacken und Inbetriebnahme funktioniert ohne Probleme. Den Anweisungen ist leicht zu folgen und für uns, ohne sehende Hilfe, möglich.

Die Stiftung Warentest behauptet weiter: Ohne ein iPhone kann die Apple Watsch fast nichts: Das ist eine Frage der persönlichen Sichtweise. Betrachtet man die Applewatch als ein kleines Mini-iPhone am Handgelenk und erwartet einen entsprechenden Funktionsumfang, ist der eine oder Andere vielleicht enttäuscht.Betrachtet man die Apfeluhr aber als das, was sie ist, nämlich eine Uhr, dann ist der Funktionsumfang groß. Sie hat nunmal kein Mobilfunk-Modul und ist nunmal kein Handy. Es redet ja auch keiner darüber, warum der iPod keine Simkarte hat. Hätte er eine, wäre er ein iPhone.. Bin ich nicht in der Nähe meines iPhones kann ich neben dem, was eine Uhr sonst so kann, die Sportfunktionen nutzen, die für mich schnell wichtig geworden sind.

Hier wird sich aber bald der Funktionsumfang noch erweitern, wenn Apple die neue Version von Applewatch-Os freigibt und damit Native-Apps zulässt.

 

Stiftung Warentest schreibt, dass man lediglich sechs Sekunden Zeit hat, die Uhrzeit abzulesen, bevor die Uhr wieder in den Standby-Modus geht: Hier zeigt sich, wie oberflächlich getestet wurde. Die Apple Watch hat eine Funktion, bei der sich durch heben des Arms das Display einschaltet und man die Uhrzeit ablesen kann. Dem sehenden dürften hier sechs Sekunden reichen. Wir hören die Uhrzeit sofort. Diese Armhebefunktion habe ich ausgeschaltet. Das spart Akku. Aktiviere ich die Uhr durch Antippen mit dem Finger, bleibt das Display 20 Sekunden aktiv. Das haben die Tester nicht entdeckt.

Kritisiert wird z.B. auch, dass man Nachrichten nicht mit einer virtuellen Tastatur beantworten kann. Nachrichten kann man mit Hilfe der Diktierfunktion von Siri beantworten. Erstaunlicher Weise versteht mich Siri auf meinem Zeitapfel besser als mit dem iPhone. Da scheint ein tolles Mikrofon drin zu sein, was die Sprache extrem gut aus den Umgebungsgeräuschen filtert. Nun: Hätte Apple der Uhr eine virtuelle Tastatur verpasst, hätte die Stiftung Warentest wahrscheinlich kritisiert, dass diese Tastatur zum Schreiben zu klein sei.

Ein Weiterer Kritikpunkt war die Sprachqualität der Anrufe. Ich finde, dass dieser kleine Lautsprecher schon eine ganz beachtliche Qualität hat. Die Ur ist auch nicht zum Dauertelefonieren gedacht. Um kurze Anrufe zu tätigen oder anzunehmen, reicht es aus und ist eine feine Sache.

Angesprochen wurde auch die Akkulaufzeit, die zu Beginn mit 17 Stunden sehr gering erschien. Klar. Am Anfang spielt man mit neuer Technik ziemlich viel rum und reizt die Möglichkeiten aus. Logisch, dass man dann viel Energie verbraucht. Das gilt auch für einen kurzen Testzeitraum und war bei mir auch so. Trotzdem kam ich doch schon gut an die 20 StundenNutzungsdauer ran.  

Inzwischen habe ich die Uhr ganz normal im Alltag in Gebrauch und komme mit einer Akkuladung auf bis zu 31 Stunden. Dabei habe ich den Bildschirmvorhang über Voiceover in Betrieb, der bei der Apple Watch das Display komplett abschaltet. Was heißt nun in meinem Fall Normalbetrieb:

Oft die Uhrzeit abrufen,Wetterentwicklung anschauen, eins oder zwei Wege am Tag navigieren, Mit der Watch meine Musikanlage steuern bzw. Radio, drei bis vier kurze Anrufe tätigen oder Annehmen und ca. zehn Nachrichten verschicken. Dazu kommt dann noch eine Trainingseinheit am Tag.

Und was ich fast vergessen hätte, nutze ich auch noch den DB-Navigator und lasse mir meine Bahnverbindung auf die Uhr schicken. Auch viele andere Benachrichtigungen kann man sich aufs Handgelenk schicken lassen und dann entscheiden, ob es wichtig genug ist, das iPhone rauszuholen.

Das ist für mich Normalbetrieb:

 Durch die Entwicklung neuer Apps, die einen Applewatch-Ableger bekommen, erweitert sich der mögliche Funktionsumfang von Woche zu Woche stetig. Da gibt es sinnvolle und sinnlose Apps. Den Nutzen einer jeder App, muss jeder für sich selbst bestimmen. Ich z.B. finde es nicht sinnvoll Presseschlagzeilen über die Watch zu bekommen, Ebay und Amazon zu nutzen und Twitter macht überhaupt keinen Spaß.

Gut gelungen ist Apple eine sehr dezente Methode, auf Benachrichtigungen aufmerksam zu machen. Dezente Töne, die man ausstellen kann und Vibrationsmuster, die sich wie ein sanftes Klopfen auf der Haut anfühlen. Ich mag es, auf diese Art benachrichtigt zu werden, ohne dass meine Umgebung etwas davon mitbekommt.

Interessant ist, dass man den Zeitapfel, im Gegensatz zu herkömmlichen sprechenden Uhren schnell laut und Leise stellen kann. Bewegt man sich in einer sehr lauten Umgebung, koppelt man einfach mit einem Bluetooth Heatset. An die Handhabbarkeit kommt Meiner Meinung nach keine, der bekannten sprechenden Uhren ran.

Was ich auch sehr mag, ist die Navigation mit Apple-Karten. Die Ungenauigkeit, die im Kurztest erwähnt wurden, kann ich nicht bestätigen.Vielleicht dann, wenn ich das iPhone tief im Rucksack verstecke. Inzwischen hat auch schon die blindungerechte Fußgänger-Navigation Viaopta-Nav, den Weg auf die Apple Watch gefunden. Wie mit anderen Dingen auch, ist es sehr bequem, die Navigationssteuerung und Ansage am Handgelenk zu haben. Dazu gibt die  Apfeluhr unter Verwendung von Karten noch unterschiedliche Vibrationsmuster Aus zur Anzeige, ob man rechts oder links abbiegen soll. Das kann in lauter Verkehrsumgebung eine gute Hilfe sein.

 

Ich finde: Die Apfeluhr kann in diesem frühen Stadium schon ganz schön viel und ich bin sehr gespannt,was da die nächsten Jahre noch möglich ist.

Zu teuer? Im Vergleich womit? Die Stiftung Warentest schreibt selbst, dass andere Smartwatches zwar günstiger sind, aber bei Weitem nicht den Funktionsumfang der Applewatch haben.

Insgesamt steckt der Wahrentestbericht voller Widersprüche. Hier musste jemand ganz schnell etwas reißerisches schreiben, was der Seriosität der Stiftung Warentest abträglich ist.

 

Mein Fazit:

Mein Zeitapfel hat sich sehr schnell in meinen Alltag integriert. Man muss so etwas nicht unbedingt haben. Aber ich möchte nicht mehr darauf verzichten

Da man als blinder Mensch unterwegs durch Stock oder Hund ohnehin schon immer eine Hand voll hat, ist das Gerät am Handgelenk in vielen Bereichen eine Tolle  und bequemeSache.

 

Hier Noch einmal der Link zum Wahrentestartikel

 

https://www.test.de/Apple-Watch-Teures-Spielzeug-fuer-Technik-Fans-4866391-0/