Grenzen überwinden dank smarter Technologie

Rund 90 Personen aus der ganzen Schweiz, die meisten von ihnen blind oder sehbehindert,  haben am 1. Juli 2016  in Solothurn den Verein „Apfelschule“ gegründet. Die 2012 von Urs Kaiser als Selbsthilfenetzwerk sehbehinderter und blinder Smartphone-Nutzern initiierte „Apfelschule“ erhält damit neue Strukturen und eine professionelle Leitung.

Smartphones und Tablets als „virtuelles Auge“

Smartphones und Tablets sind für sehbehinderte und blinde Personen Hilfsmittel erster Güte, denn sie ermöglichen ihnen den Zugang zu Informationen, von denen sie sonst behinderungsbedingt ausgeschlossen wären. Die Tageszeitung, der Fahrplan, Das Telefonbuch und die Strassenkarte. All das kann dank den in diesen Geräten eingebauten Bedienungshilfen (wieder) gelesen und genutzt werden. Die Bedienungshilfen sorgen dafür, dass Texte vergrössert und mit mehr Kontrast dargestellt und gleichzeitig auch in Sprache umgewandelt werden. Mit der eingebauten Kamera können Gegenstände herangezoomt und mit der Lupenfunktion vergrössert werden. Und dank des Zugangs zum Internet wird zu fast allen Bereichen des täglichen Lebens eine bisher verschlossene Tür aufgestossen. Eine bislang unerreichte Autonomie wird damit möglich und für die Partizipation am gesellschaftlichen Leben erschliessen sich ganz neue Dimensionen.

Vielfältiges Schulungsangebot

Obgleich die meisten Smartphones und Tablets über serienmässig eingebaute Bedienungshilfen verfügen, , sind die betroffenen Personen mit deren Funktionsweisen und Handhabung in aller Regel nicht vertraut. Die Apfelschule bietet deshalb eine Reihe von Hilfestellungen an, sei es in Form von Beratung, Kursen, individuellen Begleitungen, regionalen Treffen, Telefonkonferenzen oder Online-Tipps und -Anleitungen auf der Apfelschule Homepage. Mehrere hundert sehbehinderte und blinde Personen konnten auf diese Weise bislang geschult werden.

Dreifacher ausbau geplant

Gemäss einer Berechnung des Schweizerischen  Zentralvereins für das Blindenwesen leben in der Schweiz rund 300‘000 Personen mit einem eingeschränkten Sehvermögen. Wenn nur ein Bruchteil davon lernen will, das Smartphone oder Tablet als Hilfsmittel einzusetzen, dann steht die Apfelschule in den kommenden Jahren vor einer grossen Herausforderung. Um für diese Herausforderung gerüstet zu sein, hat sich die Apfelschule 2016 als Verein konstituiert. Unter der Leitung des neu gewählten Präsidenten Peter Fehlmann aus Halten will sich die Apfelschule künftig in drei Richtungen weiter entwickeln: Zum einen will sie ihren Fokus nicht mehr bloss auf die blinden Personen richten, sondern vermehrt auch diejenigen Leute berücksichtigen, die sich auf dem Bildschirm visuell noch recht gut orientieren können, jedoch beim Lesen und beim Erkennen von Details Mühe haben. Als zweiter Schwerpunkt will sie vermehrt auch in der französischsprachigen und der italienischsprachigen Schweiz aktiv werden. Und schliesslich will sie nebst den Geräten von Apple auch die Lösungen anderer Anbieter – insbesondere diejenigen auf der Grundlage von Android – berücksichtigen.

Unterstützung der Blindenverbände zugesichert

Der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband SBV hat die Apfelschule nicht bloss in der Pilotphase tatkräftig unterstützt – er wird auch in Zukunft einen substanziellen Teil des auf rund Fr. 400‘000 bevoranschlagten Jahresbudgets bestreiten. In einem auf 3 Jahre befristeten Leistungsauftrag überträgt er der Apfelschule die Federführung im Bereich Zugangserschliessung und Nutzbarmachung von Smartphones und Tablets für sehbehinderte und blinde Personen.

 

Kontakte

Präsident:

Peter Fehlmann
Talackerstrasse 9
4566 Halten
079 301 90 54

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Geschäftsführer und Schulleiter:

Sandro Lüthi
Rigistrasse 3
8303 Bassersdorf
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+41 44 586 86 58

 

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